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„Manchmal fühlt es sich an, als würde man fliegen“

 

Die Karriere der 1,68 Meter großen Schauspielerin mit den blonden, schulterlangen Haaren begann mit einem Paukenschlag. Gerade mal einen Werbespot hatte die damals 22jährige Dana Golombek gedreht und schon klopfte Hollywood an. 8 Drehtage lang durfte sie 1992 in „Und der Himmel steht still“ von John Schlesinger die deutsche Freundin von Isabella Rossellini spielen und mit Anthony Hopkins drehen. „Für mich war das sensationell. Ich weiß noch, wie ich dem Großmeister Schlesinger gegenüber saß mit meinem DDR-Englisch. Dann schoß er ein Polaroid-Foto, pinnte das hinter sich an die Wand und schrieb darunter ‚

Dana = Charlotte. Das war meine erste Rolle.“

 

Danach wusste Dana Golombek endgültig, dass die Entscheidung, ihr Lehramtsstudium abzubrechen, richtig war. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Brandenburg träumte sie schon als Kind davon, Schauspielerin zu werden. „Alternativ dazu wollte ich Zirkusartistin oder Ballett-Tänzerin werden.“

Dana verbrachte viel Zeit in verschiedenen Opernhäusern, ihr Vater Helmut von Senden arbeitete dort als Regisseur, ihr Großvater war Sänger und Schauspieler. „Ich wusste, das ist die Welt, in der ich leben möchte, und ich wusste, dass ich das kann“, sagt die Schauspielerin rückblickend.

Sie mochte den Geruch der Bühne und die kreative Atmosphäre der Probenarbeit oft mehr als die eigentliche Vorstellung. „Wenn ich heute auf der Bühne stehe, den Raum für mich einnehme, ihn mit Leben fülle und dieses kribbelige Gefühl kommt, dann denke ich oft an mich als kleines Mädchen zurück, wie ich mit großen Augen auf die Bühne gestarrt habe, auf dieses Heilige“, erzählt die Schauspielerin mit der klassischen Ballett-Figur. „Und jetzt stehe ich seit Jahren selbst da oben, das ist toll und ein ganz erhabenes Gefühl.“

 

Egal ob im Theater oder vor der Kamera, Dana Golombek spielt für diese kleinen Glücksmomente, die sich einstellen, wenn sie in eine Figur eintaucht, ihr Tiefe und Vielschichtigkeit verleiht. Wenn dann auch ihr Gegenüber so überzeugend ist, entsteht diese Intensität und Dichte, die einen alles vergessen lässt. „Das ist, als würden alle im gleichen Rhythmus atmen, und manchmal fühlt es sich an, als würde man fliegen“, sagt sie mit leuchtenden Augen.

 

Dana Golombek ist ein Multitalent, neben der Schauspielerei singt sie und schreibt ihre poetischen Song-Texte selbst – im Flugzeug, im Zug, im Café, wann und wo immer sich die Gelegenheit bietet. „Das ist noch mal eine ganz andere Kreativität, die ich ausleben kann, weil das wirklich 100 Prozent Dana ist. Da mich besonders die Musik mit meinem Vater verbindet, trete ich als Sängerin und Texterin meiner Songs unter dem Namen Dana von Senden auf. Ich möchte die gesangliche Karriere so auch gern von der schauspielerischen trennen.

Wenn ich eine Rolle spiele, bekomme ich einen Text und die Aufgabe, meine Figur in der vorgegebenen Lebenssituation glaubhaft darzustellen. Beim Singen dagegen, erschaffe ich alles selbst, die Figuren und die Geschichten. Das ist eine große Herausforderung und auch Verantwortung.“

Die Mischung aus Jazz, Pop, Bossanova und Modernem Chanson zeigt mit seiner Leichtigkeit und seinen tiefgehenden Texten das nachdenkliche und doch fröhliche Naturell der charmanten Schauspielerin.

In ihrem älteren Bruder, Manuel von Senden, hat sie in gewisser Weise ein Vorbild, denn er war viele Jahre Sänger der in der DDR sehr erfolgreichen Band "electra".

 

Ihre Wandlungsfähigkeit von urkomisch bis tieftragisch hat Dana Golombek schon oft bewiesen. Obwohl sie im Fernsehen über 8 Jahre als blonde, naive Stefanie „Puffelchen“ Fuchs in der Serie „Die Camper“ (Deutscher Comedypreis 2002) zu sehen war, ist sie nicht in der Blondchen-Rollenschublade gelandet, vielleicht auch, weil sie normalerweise ganz anders aussieht. „Ich habe ja nur pink oder knallige Farben mit Blumenmuster getragen und hatte Locken statt meiner glatten Haare. Privat bin ich viel schlichter und konnte auch unerkannt auf die Straße gehen.“

Dass man in ihr überhaupt ein Comedy-Talent gesehen hat, wundert die 38jährige Schauspielerin ohnehin. Sie ist fröhlich, wie man an den Lachfältchen um ihre blau-grünen Augen erkennen kann, privat aber keine zwanghafte Selbstdarstellerin.

Die Rolle über einen so langen Zeitraum zu entwickeln, hat ihr großen Spaß gemacht. Ebenso wie die Vielseitigkeit der spielerischen Möglichkeiten bei „Ladykracher“ mit Anke Engelke (Fernsehpreis 2002, Comedypreis 2002 und 2003) und die Gratwanderung zwischen Komik und Tragik mit Film-Ehemann Heinrich Schafmeister in der Serie „Kinder Kinder“ (Comedypreis 2007). Außerdem blieb neben den Serien auch noch genug Zeit, um für den „Tatort“, „Polizeiruf 110“, und diverse tv-Filme vor der Kamera zu stehen und ganz andere Facetten zu zeigen.

 

„Die viele Praxis lässt mich ruhiger an die Arbeit rangehen. Ich kann mich mit einer gewissen Leichtigkeit aufs Wesentliche konzentrieren und schneller an den Kern einer Figur gelangen, um ihr Tiefe zu verleihen.“

 

Eine konkrete Traumrolle hat die Schauspielerin mit der Liebe zu französischem Kino nicht, aber natürlich würde sie gerne gegen den Strich besetzt werden, etwas zeigen, was man in ihr nicht vermutet. „Ich würde schon gerne mal eine Frau spielen, die nach außen kühl ist, aber innen brodelt. Na ja, eine Auftragskillerin wäre schon nah dran“, sagt sie lachend.

 

Aktuelles:

„Allein unter Schülern“, im Mai 2009 abgedreht, zeigt Dana Golombek als Schuldirektorin, die auf einer Männer dominierten Karriereleiter jedes Kräftemessen souverän gewinnt und sich privat ganz zauberhaft vom neuen „Aushilfslehrer“, gespielt von Hannes Jaenicke, um den Finger wickeln lässt. Im Herbst 2009 wird der SAT. 1 tv Film zu sehen sein und für 2010 ist die Fortsetzung dieser romantischen Komödie geplant.

 

Und natürlich immer wieder Theater. Das letzte Mal 2006/07 in „Elling“ zu sehen, beginnen ab November die Proben für die Uraufführung des Stückes „Doppelzimmer“. Dana Golombek als hoch motivierte Chefärztin einer Privatklinik stellt sich nicht nur neuen beruflichen Herausforderungen sondern auch ihrer verflossenen großen Liebe. Als Partnerin von Heiner Lauterbach und Christoph M. Orth spielt sie „Doppelzimmer“ in Berlin, München und auf Tournee in ganz Deutschland.

 

Text: Christian Günnich

 

 

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